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Lehrbetriebsumfrage 2024 – Die Angebote sind hilfreich, jedoch zu wenig bekannt

Wie zufrieden sind die Lehrbetriebe mit unseren Dienstleistungen und Produkten? Welche Themen und Herausforderungen beschäftigen sie? Diesen Fragen ist die Abteilung Betriebliche Bildung des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Bern in einer Umfrage nachgegangen. Die Resultate helfen der Abteilung, sich weiterzuentwickeln und für die Zukunft klarer zu positionieren.

Peter Brand

Im September 2024 erhielten sämtliche Lehrbetriebe aus dem deutschsprachigen Kanton Bern eine Online-Umfrage zugestellt*. In dieser konnten sie auf vielfältige Weise die Leistungen und Produkte der Abteilung Betriebliche Bildung (ABB) und deren erzielte Wirkung einschätzen. Zudem konnten sie zum Ausdruck bringen, welche Herausforderungen sie im Rahmen der Berufsbildung beschäftigen und wo sie sich in ihrem Ausbildungsalltag vermehrt Unterstützung wünschen.

Erfreulich hoher Rücklauf

4582 von rund 10'000 angeschriebenen Lehrbetrieben machten bei der Umfrage mit. Dies entspricht einem Rücklauf von rund 46 Prozent, wobei 18 Prozent der teilnehmenden Lehrbetriebe die Umfrage nur teilweise ausfüllten. Ausgewertet wurden 3577 Fälle, davon 2819 vollständig und 758 teilweise ausgefüllte. Von den teilweise ausgefüllten Fällen wurden nur jene in die Auswertung aufgenommen, die einen Anteil beantworteter Fragen von mindestens 19 Prozent aufweisen. Nachfolgend ein Blick auf die wichtigsten Ergebnisse:

Insgesamt zufriedene Lehrbetriebe

Die Zufriedenheit mit der ABB und ihren Dienstleistungen ist generell hoch. 11,6 Prozent der Befragten zeigten sich ausserordentlich zufrieden, 75,7 Prozent zufrieden und 11,6 Prozent eher zufrieden. Nur gerade 0,8 Prozent der Befragten gaben an, eher unzufrieden zu sein (siehe auch Grafik 1). Die Befragten attestieren der Abteilung, ihren gesetzlichen Auftrag wahrzunehmen und mit ihren Produkten und Dienstleistungen ihre Wirkungsziele zu erreichen. Gleichzeitig scheint die Gesamtheit der Leistungen vielen Befragten nicht bekannt zu sein.  

Einschätzung der Dienstleistungen der ABB

Faktor «Mensch» ist wichtig

In unterschiedlichen Fragestellungen zeigte sich, dass der Kontakt mit den Mitarbeitenden der ABB einen wichtigen Einfluss auf die Zufriedenheit der Lehrbetriebe hat. Die professionelle und wertschätzende Leistungserbringung wird als häufigste Begründung für die Zufriedenheit mit den einzelnen Dienstleistungen der ABB angegeben. Gleichzeitig stellt das Fehlen einer konkreten Ansprechperson den häufigsten Kritikpunkt dar.

Bedürfnis nach Unterstützung und Präsenz

Die Antworten lassen auf ein hohes Bedürfnis der Lehrbetriebe nach praxisnaher, objektiver und individueller Unterstützung und Beratung schliessen. Zum einen sollen die Beratungen häufiger in den Lehrbetrieben durchgeführt werden, damit ein besseres Verständnis der betrieblichen Realität entwickelt werden kann. Zum anderen besteht der Wunsch nach mehr regulären Kontakten mit der ABB und teilweise nach mehr Kontrolle und Aufsicht.

Mehr Unterstützungsangebote gewünscht

Neue Herausforderungen und somit entsprechenden Unterstützungsbedarf sehen die Befragten in einigen Bereichen (siehe Grafik 2). Am dringlichsten wünschen sie sich Unterstützung im Umgang mit schwierigen familiären Verhältnissen der Lernenden, im Umgang mit Themen der körperlichen und psychischen Gesundheit der Lernenden und im Umgang mit konfliktreichen Verhaltensweisen im Lehrbetrieb oder in der Berufsfachschule.  

Unterstützungsbedarf der Lehrbetriebe

Lernortskooperation aktiv fördern

Die Befragten erachten eine gute Lernortkooperation als zentral für die gelingende Berufsbildung. Die Aktivitäten der ABB bei der Förderung der Lernortkooperation sind gegen aussen nicht vollständig sichtbar. Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Befragten insbesondere in Bezug auf den Informationsaustausch und die Abstimmung zwischen den Lernorten. Sie wünschen sich standardisierte Austauschgefässe insbesondere zu Noten und Absenzen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen.

Produkte bekannter machen

Hilfreich sind gemäss den Befragten vor allem die Merkblätter und Leitfäden (Downloads). Diese gilt es gezielt zu erweitern. Jedoch sind diese Produkte zu wenig bekannt. Der Bekanntheitsgrad muss daher erhöht werden.

Digitale Formate werden wichtiger

Auch in Zukunft wird es wichtig sein, unterschiedliche Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit der ABB anzubieten. Lehrbetriebsportal und Website sind ebenso wichtig wie Mail und Telefon, wobei der Stellenwert digitaler Formate steigt. Entsprechend zeigt sich der Wunsch nach mehr und einfach strukturierten Informationen auf der Website.

* Die Lehrbetriebe im französischsprachigen Kantonsteil werden zu einem späteren Zeitpunkt angeschrieben.  

«Der Ball liegt nun bei uns»: Christian Düby ordnet die Ergebnisse der Lehrbetriebsumfrage ein

Will den Lehrbetrieben gute Lösungen anbieten: Christoph Düby.

Fast die Hälfte der im September angeschriebenen Lehrbetriebe hat sich in einer Umfrage zu den Dienstleistungen der Abteilung Betriebliche Bildung geäussert. Abteilungsleiter Christoph Düby freut sich über den hohen Rücklauf und ordnet die Resultate im Gespräch ein.

Die Abteilung Betriebliche Bildung

Die ABB unterstützt und berät Lehrbetriebe, Lernende, Eltern, Berufsfachschulen, Organisationen der Arbeitswelt sowie weitere Personen und Institutionen in allen Fragen zur betrieblichen Bildung. Sie betreut rund 12'000 Lehrbetriebe und 28'000 Lehrverhältnisse in 240 Berufen. Zu ihren Verantwortlichkeiten gehören die Aufsicht über die Bildung in beruflicher Praxis sowie die Information, Beratung und das Coaching der Lehrvertragsparteien.

Geschätzter Berufsbildungsbrief

Die Befragten konnten sich in der Umfrage ebenfalls zur Nützlichkeit des Berufsbildungsbriefs äussern. Das Informationsportal erachten 6 Prozent als «sehr hilfreich», 35 Prozent als «hilfreich» und weitere 15 Prozent als «eher hilfreich». Den Newsletter wiederum schätzen 5 Prozent der Befragten als «sehr hilfreich» ein, 32 Prozent als «hilfreich» und 20 Prozent als «eher hilfreich».

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