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Nora Carole Arn – «Goldene» Raumausstatterin

Neonfarben sind für sie ein No-Go. Aber mit Gold setzt sie gerne Akzente – an den SwissSkills 2025 und im eigenen Zimmer. Nora Carole Arn ist Schweizermeisterin im Beruf Raumausstatter/-in EFZ.

Rolf Marti 

«Wenn ein Raum harmonisch ist, darf auch mal was rumliegen», sagt Nora Carole Arn (mit Bruder und Berufsbildner Julien Reich). Bild: zvg.

Wir gratulieren zur Goldmedaille. Als Raumausstatterin hast du dafür bestimmt einen besonderen Platz in deiner Wohnung gewählt …
Aber sicher. Die Medaille hängt am Spiegel neben meiner Zimmertür. So sehe ich sie jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit – das motiviert.

Auch Bundesrat Guy Parmelin hat dir an der Siegerehrung gratuliert. Was hat er gesagt?
Vermutlich dasselbe wie allen, die auf dem Podest standen. Zudem meinte er, mein Vater sei jetzt bestimmt besonders stolz – eine Anspielung darauf, dass er Präsident des Vereins SwissSkills Bern ist.

Bestimmt gab es Gratulationen, die dir persönlich näher gingen. Welche?
Die meiner Eltern und meines Bruders. Letzterer führt den Betrieb, in dem ich die Lehre mache. Und natürlich jene meines Freundes und meiner Kollegin, die die Silbermedaille gewonnen hat. Beide haben mich ermutigt, an den SwissSkills teilzunehmen.

Banal gefragt: Wann ist ein Raum für dich schön – wenn alles harmoniert oder wenn nichts mehr rumliegt?
Harmonisch ist ein Raum, wenn Farben und Materialien gut aufeinander abgestimmt sind. Wenn ein Raum harmonisch ist, darf auch mal was rumliegen.

Ist dein Zimmer harmonisch?
Ich finde: ja. Die Wände sind aus Holz, drei weiss gestrichen, eine schwarz. Vor der schwarzen Wand stehen Pflanzen – ein schöner Kontrast. Kommode, Schrank und Bett sind aus Holz. Ein Sofa mit originellem Bezug, eine blaue Vase und diverse Textilien runden das Ganze ab. Insgesamt dominieren natürliche Materialien sowie Grün- und Brauntöne.

Welche Farben, Materialien und Muster sind für dich ein No-Go?
Bei Farben: alles, was neon ist. Bei Materialien: Spannteppiche. Bei Mustern: bitte nicht blumig. Lieber ein modernes Honigwaben- oder Zebramuster.

Bundesratszimmer oder YB-Garderobe: Welchen Raum würdest du lieber verschönern?
Ich bin YB-Fan – aber das Bundesratszimmer wäre die spannendere Herausforderung. Ich setze gerne moderne Akzente in historischen Räumen. Zum Beispiel mit farbigen Stoffen. In der YB-Garderobe sind die Farben bereits gesetzt (lacht).

Welche Arbeit hat dich bisher am meisten gepackt?
Ich arbeite gerne im Atelier. Einmal durfte ich ein antikes Sofa – vier Meter lang, zwei Meter breit – aufpolstern und beziehen. Als ich es danach in der historischen Villa mit Blick auf den Thunersee stehen sah, war das ein tolles Gefühl.

Dein Beruf verbindet Kreativität und Handwerk – der Stoff, aus dem deine Kindheit war?
Ja. Kreativität und Handwerk prägen unsere Familie. Mein Urgrossvater hat das Einrahmungsatelier «kunst reich» gegründet, das heute meine Mutter führt und zu dem auch eine Galerie gehört. Meine Grossmutter ist Glasmalerin und Künstlerin. Als Kind habe ich viel gebastelt – und bestimmt jeden Monat mein Zimmer neu eingerichtet (schmunzelt).

Was kommt nach dem Schweizermeistertitel: die Weltmeisterschaft oder eine Weltreise?
Im Sommer 2026 schliesse ich meine Lehre ab. Danach ist eine Weltreise geplant. An den WorldSkills teilzunehmen, wäre toll. Leider gibt es in meinem Beruf keine Weltmeisterschaft.

Zur Person

Nora Carole Arn aus Muri hat einen Teil ihrer Schulzeit an der Rudolf-Steiner-Schule und an der NMS Bern absolviert. 2022 startete sie die vierjährige berufliche Grundbildung als Raumausstatterin EFZ bei «kreativ reich» in Gümligen. Zu ihren Hobbys gehören Fitness, YB-Matches, Reisen und gemeinsame Zeit mit Freundinnen und Freunden.

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